Mehr als 100 Millionen Menschen leben weltweit vom Kaffee, sei es von der
Produktion, der Verarbeitung oder vom Vertrieb. Etwa 25 Millionen leben dabei
von der Kaffeeernte. Kaffee ist heute, etwa 1000 Jahre nach seiner Entdeckung,
der zweitwichtigste Exportrohstoff, der als Handelsware gleich nach dem Erdöl
kommt.
Doch obwohl so viel Kaffee in reichen Ländern getrunken wird, bleiben
die Produzenten in den Ursprungsländern arm. Ja, die Kleinbauern in den
Anbaugebieten können oftmals nicht einmal ihre Produktionskosten decken.
Durch Ungerechtigkeiten und soziale Ungleichgewichte beim internationalen
Handel wurden die Entwicklungsländer beim Gewinn benachteiligt, durch neue
Anbieter, Überangebote usw. gab es dann auch noch einen Preisverfall beim
Kaffee. Diese extrem niedrigen Kaffeeweltmarktpreise benachteiligen vor allem
die Kaffeekleinbauern. Um dieser ungerechten Entwicklung entgegenzuwirken,
entstand bereits Mitte der 70er Jahre eine Bewegung, die sich "Fair-Trade"
nennt.
Das Konzept des Fair Trade Kaffee basiert auf der Idee, den Rohkaffee
direkt beim Kleinbauern bzw. Produzenten zu kaufen, um einen fairen Handel
zu ermöglichen, so dass die Kleinbauern auch vom Erlös ihrer Ernte leben
können. Die beteiligten Firmen verpflichten sich deshalb einen Mindestpries zu
bezahlen, den Produzenten einen Prozentsatz des Kaufwertes im voraus zu
überweisen, langfristige Abgabegarantien zu geben und nur mit entsprechend
festgelegten Genossenschaften zu verhandeln. Mittlerweile gibt es den Fair
Trade Kaffee bereits in vielen Cafés, Hotels aber auch Firmenkantinen, Büros,
Unimensen und Behördencafeterias haben sich diesem Gedanken des fairen
Handles angeschlossen und bieten Fair Trade Kaffee an. Fair Trade Kaffee wird
über manche Handelsketten bereits im Supermarkt angeboten. Auch eine ganze
Reihe von internationalen Coffee Shops bieten fair gehandelten Kaffee an. Eine