Fair Trade Kaffee

Fair-Trade-Kaffee

 

Nach Erdöl ist Kaffee, also genauer Kaffeebohnen als Rohkaffee, der größte Exportrohstoff, der vor allem aus der 3. in die 1. Welt exportiert wird. Mit dem zunehmenden Wohlstand der Industrieländer stieg auch der Konsum von Kaffee deutlich an, so dass der Bedarf nach Kaffeeimporten kontinuierlich anstieg. Dieses ging in der Vergangenheit nicht selten zu Lasten der Kaffeebauern und der Gebiete, in denen Kaffeeplantagen stehen, so wurden den Bauern von Zwischenhändlern nur geringe Löhne für ihre Ernten gezahlt, die oftmals nicht ausreichten, um die eigenen Familien zu ernähren und somit vom Kaffeeanbau ein Auskommen zu haben, und zur Steigerung der Ernteeffizienz wurden Pestizide und Dünger eingesetzt, die den Boden und in letzter Konsequenz auch das Produkt, den Kaffee, belasten.

 

Entstehung des Fairen Handels

 

 Um die Situation der Bauern in der 3. Welt zu verbessern, wurden in der Mitte des 20. Jahrhunderts die ersten fair gehandelten Produkte auf dem europäischen Markt angeboten, die festgelegten Kriterien in Bezug auf Anbau, Vermarktung und Preisgestaltung entsprechen mussten. So wurden den Erzeugern höhere als auf dem Weltmarkt übliche Preise für ihre Rohstoffe gezahlt und diese durch einen höheren Verkaufspreis durch den Endverbraucher refinanziert. Auch zählen soziale und wirtschaftliche Unterstützungen, etwa durch zinsgünstige Mikrokredite und Verbesserungen der Infrastruktur zu den Leistungen, die seitens der Dachorganisation, der Fairtrade Labelling Organizations International (FLO) den Bauern angeboten werden. Im Gegenzug gehen die Bauern Verpflichtungen ein, die einen ökologischen Umgang mit den Ressourcen vorsieht, die durch unabhängige Instanzen überprüft und auditiert werden. Ferner sieht die FLO ihre Unterstützung nicht als dauerhafte und einzige Maßnahme, sondern verlangt den Bauern und Erzeugern Maßnahmen ab, um sich auf dem Weltmarkt zu etablieren, etwa die Diversifikation der Produkte und Märkte.

Insgesamt lassen sich die Forderungen der FLO so zusammenfassen: Schaffung von Chancen für wirtschaftlich benachteiligte Produzenten, Zahlung eines fairen, also oberhalb des Weltmarktniveaus liegenden Preises, der im Falle von ökologischer Erzeugung mit einem Bonus aufgeschlagen wird, sozialverträgliche Arbeitsbedingungen, Transparenz und Verantwortung in der Produktion, Aufbau von Wissen und Stärkung der Autonomie sowie Umweltschutz und Gleichberechtigung für Frauen.

Fair Trade Siegel

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Zu diesem Zweck haben sich in der FLO und anderen gemeinnützigen Organisationen Erzeuger, Zwischenhändler und Non-Profit-Organisationen zusammengeschlossen, um ein gemeinsames, internationales Siegel zu etablieren, das dem Verbraucher eindeutig signalisiert, welche Produkte fair gehandelt sind und das für Transparenz und Akzeptanz werben soll. So fand bereits 1997 der 1. Weltgipfel des Fairen Kaffeehandels statt, und heute ist das Angebot an fair gehandelten Produkten nicht mehr ausschließlich auf Kaffee oder Kakao beschränkt, sondern umfasst viele Produkte, von Lebens- oder Genussmitteln bis zu Kunstgegenständen oder Kleidung. Als Erfolg der Fair Trade-Bewegung ist in jedem Fall zu werten, dass neben dem einheitlichen und transparenten Gütesiegel die verschiedenen Produkte nicht mehr ausschließlich in Nischenmärkten zu erwerben sind, sondern in vielen Bereichen die Regale der Supermarktketten und Discounter erreicht haben, die Akzeptanz verbreitert sich in der Bevölkerung und im Handel und trägt damit dazu bei, dass mittlerweile 1,4 Millionen Landwirte und ihre Familien in der 3. Welt davon profitieren, wie die FLO in ihrem Geschäftsbericht darstellt.

Unabhängige Studien belegen, dass die Wirkungen des fairen Handels den erwarteten und erwünschten entsprechen, d.h., die Landwirte werden autonomer von Zwischenhändlern, erweitern ihr Wissen um die Produkte, den Anbau und den Handel und tragen somit zu einer nachhaltigen Entwicklung ihres Landes bei. So stellt Fair Trade eine wirkungsvolle Entwicklungshilfe dar, die auch für den Konsumenten Vorteile bietet, denn fair gehandelter Kaffee ist nicht nur mit einem guten Gewissen zu genießen, sondern oftmals vom Aroma und Geschmack her intensiver. Zu erkennen ist er in jedem Fall über das internationale Siegel „Fairtrade“, und erhältlich ist er mittlerweile sowohl im Supermarkt wie auch in Kaffeeautomaten, oder klassisch in Bio- oder Weltläden.