Kaffeeanbau und die Umwelt

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Kaffee ist für uns längst kein Luxusgut mehr. Viele Menschen weltweit beginnen den Tag mit der morgendlichen Tasse Kaffee, der im Laufe eines Tages oft noch weitere folgen. Doch die wenigsten von uns machen sich Gedanken, wie der Kaffee überhaupt in ihre Tasse gelangt und welche Auswirkungen ihr Kaffeekonsum auf die Umwelt hat. Ihren Ursprung hat die zu den Rötegewächsen zählende Kaffeepflanze in den Wäldern der Region Kaffa im südwestlichen Äthiopien. Von dort gelangte sie nach Arabien und wurde schließlich, nachdem sich immer mehr Europäer für das koffeinhaltige Getränk begeisterten, auch in den damaligen europäischen Kolonien angebaut.

Die Kaffeepflanze ist ein Strauch von mehreren Metern Höhe, der im Alter von drei bis vier Jahren nach mehrmonatiger Reifephase Kirsch ähnliche Früchte trägt. In diesen Früchten befinden sich zwei Kaffeebohnen, aus denen später das beliebte Getränk hergestellt wird. Die Kaffeepflanze stellt gewisse Anforderungen an das Klima. So verträgt sie keine extremen Temperaturschwankungen, ideal sind durchschnittliche Temperaturen zwischen 18 und 25°C. Heißer als 30°C sollte es nicht werden und Temperaturen unter 13°C sollten nicht allzu oft auftreten. Frost verträgt die Pflanze überhaupt nicht. Außerdem benötigt sie konstant hohe Niederschläge von 1500 bis 2000 ml pro Jahr. Damit eignet sich als Anbaugebiet der Bereich nördlich und südlich des Äquators zwischen den Wendekreisen. Am besten gedeiht Kaffee an wind- und sonnengeschützten Standorten in mittleren Höhenlagen. Je nach Sorte werden Höhenlagen zwischen 300 und 1200 m bevorzugt. Der Boden sollte locker und gut durchlüftet sein, über eine humose obere Schicht sowie einen neutralen bis leicht sauren pH-Wert verfügen. Die größten Kaffeeproduzenten liegen in Mittel- und Südamerika, hier insbesondere Brasilien und Kolumbien, in West- und Zentralafrika mit Äthiopien an der Spitze sowie in Südostasien mit Vietnam und Indonesien als bedeutendsten Anbauländern.

Um der immer weiter steigenden Nachfrage nachzukommen, wird Kaffee heutzutage zunehmend in Monokulturen angebaut. Bestes Beispiel hierfür sind die riesigen Kaffeeplantagen im Hauptexportland Brasilien. Doch der Kaffeeanbau im großen Stil bleibt nicht ohne Folgen für die Umwelt. Pflanzte man früher verhältnismäßig wenige Kaffeepflanzen im Schatten größerer Bäume an, so werden heute enorme Flächen tropischen Waldes gerodet. Nicht nur der Pflanzenreichtum wird dadurch drastisch reduziert, auch viele Tierarten verlieren ihren natürlichen Lebensraum. Dieser Verlust der Biodiversität führt zu weiteren Problemen. Denn viele Schädlinge haben nun keine natürlichen Feinde mehr, wie beispielsweise Vögel, und können sich daher ungehindert ausbreiten. Zu ihrer Bekämpfung kommen nun verstärkt Pestizide zum Einsatz, die Boden und Wasser verunreinigen und damit nicht nur die Gesundheit derer gefährden, die mit ihnen arbeiten müssen.

Kaffeepflanze

Die Abholzung großer Waldflächen hat jedoch noch weitere verheerende Folgen für die Umwelt. Dadurch, dass große Bäume fehlen, gelangt mehr Regenwasser als zuvor direkt auf den Boden. Außerdem wird der Boden nicht mehr durch große Baumwurzeln zusammengehalten. Der Boden ist ungeschützt, da er nicht mehr durch herabgefallenes Laub und kleine Bodenpflanzen bedeckt ist, welche als Unkraut angesehen und mit Hilfe von Herbiziden bekämpft werden. Das alles hat zur Folge, dass der humose Oberboden den häufig eintretenden tropischen Starkregen schutzlos ausgesetzt ist und weggeschwemmt wird. Diese Bodenerosion bringt den gesamten Kreislauf der tropischen Wälder aus dem Gleichgewicht. Denn im Grunde sind viele tropische Böden relativ nährstoffarm, sie verfügen jedoch über eine mächtige Humusschicht, die sich im Laufe der Zeit aus abgestorbenen Pflanzen gebildet hat. So wächst der tropische Wald sozusagen aus sich selbst heraus. Auf den Kaffeeplantagen ist dieser Kreislauf jedoch unterbrochen und irgendwann hilft selbst Dünger nicht mehr, um die benötigten Nährstoffe zu erhalten. Infolgedessen werden neue Waldflächen gerodet und die Zerstörung der natürlichen Umwelt geht weiter.

Rücksichtsvoller Kaffeeanbau kein Ding der Unmöglichkeit

Eine alternative Möglichkeit bietet der ökologische Kaffeeanbau. Anders als auf den Großplantagen bleiben größere Bäume stehen, die den sonnenempfindlichen Kaffeepflanzen Schatten spenden. Gerne werden zusätzlich auch Bananenstauden als Nutzpflanzen angebaut. Insgesamt soll eine Situation erreicht werden oder vielmehr erhalten bleiben, die sich möglichst nahe an den natürlichen Gegebenheiten befindet. Dies bedeutet eine größere Artenvielfalt, ein besserer Schutz des Bodens und weniger Belastung durch Pestizide. Zugleich ermöglicht ein solcher Anbau jedoch im Vergleich zur Plantagenwirtschaft geringere Erträge je Hektar, da wesentlich weniger Kaffeesträucher angepflanzt werden und die Pflanzen zudem in schattiger Umgebung langsamer wachsen. Anders als auf den Großplantagen können keine Erntemaschinen eingesetzt werden, sondern die reifen Früchte müssen mühsam per Hand gepflückt werden. Erhält der Kaffeebauer den herkömmlichen Preis für seine Ware, reicht ihm das Geld oft nicht zum Leben.

Doch wir als Kaffeekonsumenten sollten uns bewusst sein, dass wir eine gewisse Verantwortung gegenüber den Produzenten und auch der Umwelt tragen. Die Tatsache, dass durch ökologischen Kaffeeanbau die Schäden für die Umwelt und auch für die Arbeiter, die sonst mit Pestiziden hantieren müssten, zumindest verringert werden können, sollte es uns wert sein, einen angemessenen, d.h. höheren Preis dafür zu bezahlen. Schließlich erhalten wir durch die handgepflückten Kaffeebohnen auch eine bessere Qualität, die man schmecken kann. Und wir werden bei jeder Tasse Kaffee, die wir genießen, daran erinnert, was Kaffee in früheren Zeiten einmal war und als was es auch heute noch gelten sollte, nämlich ein Luxusgut.