Zuckerpreise steigen an

Zuckerpreise steigen an

Noch vor wenigen Monaten war der Zucker in deutschen Einzelhandelsgeschäften so preiswert, dass sogar Kunden aus Nachbarstaaten kamen, um hier Zucker günstig einzukaufen. Daraufhin rationierte man zeitweise die Zuckerabgabe. Der Zucker wurde nur in haushaltsüblichen Gebinden abgegeben. Der Kunde bekam nicht mehr als maximal fünf Pakete Zucker in einem Geschäft. Doch bereits damals unkte man, dass diese goldenen Zeiten für Zuckerliebhaber nicht lange anhalten würden. Denn am Weltmarkt wurde schon zu dieser Zeit der Zucker zu wesentlich höheren Preisen gehandelt. Nun habenerste Handelsketten den Preis für Zucker deutlich nach oben geschraubt. Weitere werden dieser Preisentwicklung erfahrungsgemäß sicher folgen.

Der Zucker und die EU-Politik

Die EU-Politik hat für den Zuckeranbausogenannte Quoten festgesetzt. So dürfen lediglich 85% des Zuckers, der im gesamten EU-Gebiet verbraucht wird, auch aus EU-eigenem Anbau stammen. Der restliche Zuckerbedarf wird mithilfe des Imports aus Drittländern gedeckt. Aufgrund schlechter Ernteergebnisse war der Preis im Zuckerhandel auf dem Weltmarkt bereits vor Monaten angestiegen.

Zucker häufiger verwendet als vermutet

Zucker versüßt nicht nur den Kaffee, wird also direkt verbraucht. Zucker ist gleichermaßen ein begehrter Rohstoff, der von vielen Lebensmittelherstellern als Zutat benötigt wird. Backwaren, Speiseeis oder Schokolade wären ohne Zucker undenkbar. Und das sind nur Beispiele, in denen Zucker als Zutat ganz offensichtlich auftaucht. In vielen Getränken und weiteren Nahrungsmitteln verfeinert Zucker ebenfalls den Geschmack. Einen Verbrauch von über 3,1 Millionen Tonnen Zucker hatten die Deutschen im Jahr 2009/10. Den größten Anteil nahm dabei die Industrie mit 86%ein. Die restlichen 14% wurden in den Haushalten in Form von Puder- oder Kandiszucker verarbeitet, landeten als Würfelzucker im Kaffee oder Tee bzw. wurden in ähnlichen Zuckervarianten an die Privatverbraucher verkauft.

Zuckeranbau in Deutschland und weltweit

Während man in Deutschland, wie auch in den USA oder in Japan sowie China auf die Zuckerrübe setzt, wird in Ländern, die in subtropischen und tropischen Klimazonen liegen, Zuckerrohr angebaut. Bedeutung als Zuckerproduzenten auf dem Weltmarkt haben vor allem Brasilien und Indien sowie Thailand und China. Auch Australien und Mexiko bzw. Kuba sowie die USA sind anerkannte Zuckerlieferanten. Mit der Aussaat startet man in den Monaten März und April. Für den Zuckeranbau benötigt man Böden, die einen hohen Nährstoffgehalt haben und besonders tiefgründig sind. Zwischen den Rübensamenlässt man einen Abstand von circa 20cm. Meist gedeihen die Pflänzchen bereits nach 14 Tagen. Zunächst sprießen die Blätter, später wächst der Rübenkörper. Mit den breiten Blättern hat Mutter Natur der Zuckerrübenpflanze ideale Bedingungenverschafft, um das Sonnenlicht aufzunehmen, das diese für die Fotosynthesebenötigt. Zwischen Juni und September ist die Hauptwachstumszeit der Pflanze. Dann sollte sie ausreichend Sonne, aber auch Wasser zur Verfügung haben. Bis zur Ernte erreichen Zuckerrüben circa 1 bis 1,3kg. Dabei bestehen 25% des Gewichtes aus Zucker. Idealerweise wechselt man in der modernen Landwirtschaft die Fruchtfolge ab. Das heißt, auf den Böden werden beispielsweise abwechseln Getreide oder Rüben angebaut.

Vom Zuckerrohr zur Zuckerrübe

Bis weit in das 18. Jahrhundert kannte man nur das Zuckerrohr als Zuckerpflanze. Demzufolge war man in unserer Region auf den Zuckerhandel aus Übersee angewiesen. Andreas Sigismund Marggraf erkannte schließlich, dass in den Rüben, die man bisher als Viehfutter verwendete, ebenfalls Zucker steckte. Franz Carl Achard baute später die erste Zuckerrübenfabrik, nachdem er eine weiße Rübe mit besonders hohem Zuckergehalt für diese Zwecke ausgewählt hatte. Seinem Beispiel folgten viele weitere Zuckerproduzenten europaweit. Lag der Zuckergehalt der Rüben zur damaligen Zeit noch bei etwa vier Prozent, schafft es eine heutige Rübe auf einen Zuckergehalt von rund 22 Prozent. Familiär ordnet man die Zuckerrübe den Gänsefußgewächsen zu. Normalerweise ist die Zuckerrübe eine zweijährige Pflanze. Blätter, Körper und Wurzeln werden im ersten Jahr ausgebildet. Dann folgt eine Art Winterruhe, bevor die Pflanze im zweiten Jahr den Samen hervorbringt. Hierzulande lässt man die Zuckerrübe nur ein Jahr wachsen, da man sie nur zur Zuckergewinnung nutzt, der sich im Rübenkörper befindet.