Ursprung des Snackautomaten

Warenautomat Necta Festival Classic

Wenn man die Geschichte der Automaten für Snacks und Süßwaren verfolgt, dann findet man die ersten Zeugnisse einer automatisierten Warenabgabe gegen Geldeinwurf bereits zu einer Zeit, die man vielleicht nicht erwarten würde, im 1. Jahrhundert nach Christus. Dieses Konstrukt wurde von dem Griechen Heron von Alexandria entwickelt und basiert auf dem physikalischen Prinzip der kommunizierenden Gefäße, das er entdeckte. Nach Einwurf einer Tetradrachme spendete der Automat eine Menge Weihwasser, die dem Volumen der Münze entsprach und von ihr verdrängt wurde.

Die ersten Snackautomaten in Deutschland sind dann auch erst im späten 19. Jahrhundert entwickelt und aufgestellt worden, hier war die Firma Stollwerk und in Person Ludwig Stollwerk Vorreiter, der die Snackautomaten als optimalen Absatzweg erkannte und forcierte. Damals fanden sich vor allem Schokoladenprodukte aus eigenem Hause in den Vorratsbehältern, die dann gegen einen kleinen Betrag in Münzen ausgegeben wurden und die vor allem der Werbung für die im Laden erhältlichen Produkte dienen sollten. Der Erfolg war umwerfend und nicht nur auf Deutschland beschränkt, Ludwig Stollwerk hatte schon früh die Chancen des US-amerikanischen Marktes erkannt und 1887 die „Volkmann, Stollwerck & Co.“ in New York gegründet, mit der er bis zu Beginn des 1. Weltkrieges Marktführer im Segment der Schokoladenautomaten war.

Sielaff Snackautomat SN48
Snackautomat Sielaff SN 48

Doch auch in Amerika selber wurde fleißig entwickelt und erfunden, so wurde dort 1888 in der New Yorker U-Bahn durch die Thomas Adams Gum Company der erste Kaugummiautomat installiert, und 1902 präsentierten Frank Hardart  und Joseph Horn in Philadelphia das erste Selbstbedienungslokal der Welt, in dem die Gäste die Snacks und Speisen ausschließlich aus speziell entwickelten Verpflegungsautomaten entnehmen konnten. Das Konzept wurde begeistert aufgenommen und feierte seinen Höhepunkt in den 1940er bis 50er Jahren, als die Horn & Hardart Automats mit bis zu 180 Filialen die weltgrößte Restaurantkette darstellte.

Auch heute werden immer wieder neue Innovationen auf der Eu’Vend, der Fachmesse für Automaten und Automatenprodukte vorgestellt, etwa Snackautomaten, die Pommes Frites frisch herstellen und damit das Repertoire des Segment Snackautomat deutlich erweitern.

Klassisch sind hingegen die Snackautomaten, die zum alltäglichen Bild in Kantinen, auf Bahnhöfen, in Warteräumen und vieler anderer Orte zählen, sie kennen keine Ladenöffnungszeiten, keinen Sonn- oder Feiertag, sind rund um die Uhr für jeden verfügbar. Diese Vorteile tragen sicher dazu bei, dass sie auch in vielen Büroetagen, in Hotels, in Schulen und Universitäten zu finden sind, denn gerade dort helfen die Verpflegungsautomaten gegen den kleinen Appetit. Zumal dann, wenn die Geräte mit einer Kühlung ausgestattet und somit geeignet sind, auch frische Waren zu bevorraten, wie etwa belegte Brötchen oder Obstsalat. Hier ist natürlich eine intensive Pflege seitens des Aufstellers von Nöten, doch dann sind diese Snackautomaten zwar kein vollwertiger Ersatz für beispielsweise eine Betriebskantine jedoch mindestens eine sinnvolle Ergänzung.

Denn gerade im Bereich der Frischprodukte können die Snackautomaten sich erfolgreich etablieren und bei den Konsumenten punkten, zumal wenn sie mit sinnvollen Innovationen ergänzt werden, wie etwa der Möglichkeit, auch mit Scheinen oder Plastikgeld bezahlen zu können. So ist man nicht zwangsläufig auf Kleingeld im Portmonee angewiesen, sondern kann bequem auch bargeldlos am Automaten bezahlen.

Da der Trend sich insgesamt immer stärker entfernt von den klassischen Mahlzeiten und sich hin zu einer Snack-Kultur entwickelt, in der man kleinere Mahlzeiten, eben Snacks zu sich nimmt, die auch aus der Hand und ohne Besteck genossen werden können, sieht die Zukunft für Snackautomaten sehr positiv aus. So werden sicherlich auch in den kommenden Jahren die Automaten zum Straßenbild gehören und ihren Standort in den Pausenräumen und Warteräumen bewahren, und dort neue und klassische Produkte und Snacks präsentieren. Und vermutlich auch immer noch Produkte aus dem Hause Stollwerk, doch selbst wenn nicht, dürfte Ludwig Stollwerk seine Freude an diesem dauerhaften Erfolg seiner Ideen haben.